Zum Leben 2/3 | 2025 - Wohl allen, die auf IHN vertrauen! Psalm 2, 12

„Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen!“ 2. Mose 20,4
Der Wendepunkt im Leben eines Menschen ist, erreicht wenn er aufhört, den Gott zu suchen, den er sich wünscht, und beginnt, dem Gott zu vertrauen und zu dienen, der ist!
An den Anfang seiner Zehn Gebote hat Gott in seinem Wort in 2. Mose 20,1-5 eine Präambel gestellt, die für das weitere Verständnis aller anderen Gebote von entscheidender Bedeutung sind. Denn Gott hängt daran genauso die Entscheidung von Segen oder Fluch, wie ER das sonst nur für das Verhältnis des Menschen zu den Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs, den Erzvätern Israels in 1. Mose 12,3 verheißt:
„Und Gott redete alle diese Worte: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, 6aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.“
Der Gott, der hier spricht, ist der Gott Israels, der Vater unseres Herrn Jesus Christus. Diese Erkenntnis ist für mein Leben bestimmend geworden. Es war gar nicht so einfach für mich, auf diesen Weg der Erkenntnis zu kommen. Erst meine Israelreisen seit 1990 haben mich nach und nach dorthin geführt und mir die Augen für den Gott Israels geöffnet. Die Verkündigung in unseren Gemeinden hat im Laufe der vergangenen 70 Jahre verschiedene Gottesbilder hervorgebracht, die zu Verwerfungen im Verhältnis zum Gott der Bibel geführt haben. Diese Gottesbilder wirken in den Köpfen von Bischöfen, Pastoren, Politikern, Lehrern und eigentlich in den meisten von uns, die solcher Art Verkündigung ausgesetzt waren, nach. Die Software des Christentums hat sich inzwischen mit vielen Viren und Trojanern infiziert und braucht darum dringend eine Firewall und ein biblisches Update ohne all diese Bilder, die sich viele Christen von Gott gemacht haben und damit wider das biblische Bilderverbot im obigen Text handeln: Da ist der Feuerwehr-Gott, der schnell kommen soll, wenn es im Leben „brennt“. Aber besser ist es, wenn man ihn gar nicht braucht, denn man will sich ja nicht von ihm hineinreden lassen. Da ist der Kindermädchen-Gott, der sich im Hintergrund aufhält, aber für die Sicherheit der Kinder verantwortlich ist, der Planierraupen-Gott, der die Hindernisse auf dem Weg zum Glück beiseiteschieben soll, der Waschlappen-Gott, der uns von Zeit zu Zeit vom Staub und Dreck des Lebens reinigen soll, aber nicht von der Liebe zur Welt. Da bastelt sich manch einer den Drogen-Gott, der uns aus Trauer und Angst in Hochstimmung führt oder den Lückenbüßer-Gott, der einspringt, wo wir nicht mehr weiterwissen. Da ist der Urknall-Gott, der einmal am Anfang alles in Gang gesetzt und sich dann zurückgezogen hat, damit wir uns ja nicht mit dem Glauben an einen Schöpfergott unbeliebt oder lächerlich in der Welt machen. Dann schon eher an den Milchstraßen-Gott glauben, der als höheres Wesen dazugehören darf. Wie festlich und weniger störend ist doch da der Dekorations-Gott, der unsere Familienfeste und Lebenshöhepunkte wie eine hübsche Girlande verschönern soll. Oder der Automaten-Gott, der funktioniert, wenn man Glaube und Gebet einwirft. Und schließlich der ganz private Vorzeige-Gott, der in unserem „frommem“ Leben die erste Geige spielt, aber am Dirigentenpult stehe ich und bestimme, welche Musik gespielt wird und wo darin Gottes Einsätze vorkommen sollen.
All diese Gottesbilder habe ich im Laufe der Jahre in Verkündigungen in den verschiedensten Gemeinden gehört. Diese Art der Verkündigung hat vor allem auch damit zu tun, dass man sich vom Gott Israels, vom Israel Gottes und dessen hebräischem Denken entfernt hat. Was haben wir als Christen in Deutschland für einen Gott und wie gehen wir mit ihm um? Und was hat das alles mit Israel zu tun, dem jüdischen Staat, der 1948 aus der Jahrhunderte dauernden Judenverfolgung in Europa und nicht zuletzt aus dem im deutschen Namen geschehenen Mord an sechs Millionen Juden hervorgegangen ist?
Die Gottesbilder in Deutschland und in den westlichen Demokratien sind mittlerweile sehr auf den Humanismus ausgerichtet. Humanismus ist eine machtvolle Ersatzreligion, eine teuflische Kraft, die der aus Deutschland vor den Nazis ins US-Exil geflohene jüdische Philosoph Eric Voegelin – ebenso wie den Nationalsozialismus, Kommunismus und auch den Islam als „Die politischen Religionen“, so der Titel eines seiner Bücher dazu, eingeordnet hat. Allen dieser vier Religionen haftet an, dass sie Gott beiseiteschieben und den Menschen an dessen Stelle setzen. Wenn es schiefgegangen ist, soll es dann „der liebe Gott“ richten und wir legen entsprechend auch selber Hand an. Wenn wir die Wurzeln des Humanismus verstehen und entlarven wollen, müssen wir ganz an den Anfang der Menschheitsgeschichte zurückgehen. In 1. Mose 3 finden wir ein Beispiel für die menschliche Schwachheit. Es zeigt uns, wie leicht Satan Menschen verführen kann. (Bitte nachlesen!) In der Geschichte vom Sündenfall stellt Satan in Gestalt einer Schlange mit seiner Frage an Eva, „Ja, sollte Gott gesagt haben…?“, Gottes klare Warnung infrage. Manche Theologen haben aus dieser Frage der Schlange im Laufe der jüngeren Kirchengeschichte sogar eine theologische Grundfrage gemacht. Am Ende der Diskussion geht es immer um die Gültigkeit des Wortes Gottes. Wann immer ein Volk die Autorität des Wortes Gottes infrage stellt, sind Leid und Elend die Folge – zunächst einmal bei denen, die die Autorität des Wortes Gottes infrage stellen und anschließend auch im Leben derer, die unter deren Einfluss stehen. Die Konsequenzen des Humanismus stellt uns die Bibel vielfach vor Augen. Dazu finden sich auch viele Beispiele in der Kirchengeschichte bis in unsere Zeit. Schon der Prophet Jesaja warnt Geistliche und politisch Verantwortliche im Volk: „Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!“ (Jesaja 5,20) Oder: „So ist das Recht zurückgedrängt und die Gerechtigkeit steht ferne. Denn die Wahrheit ist gestürzt auf dem Marktplatz, und die Geradheit findet keinen Eingang.“ (Jesaja 59,14)
Wenn uns die diesjährige Jahreslosung mahnt, „Prüft alles und das Gute behaltet.“, dann kann für uns nur Gottes Wort das Prüfkriterium sein. Und gerade die Geschichte des Volkes Israel mit seinem Gott, der sein Volk zum Licht der Heidenvölker gesetzt hat, gibt uns dafür in der Hebräischen Bibel, dem „Alten Testament“, jede Menge Beispiele. Es lohnt sich und ich möchte Euch dazu ermutigen, die Bibel gerade unter diesen Aspekten noch einmal ganz neu zu lesen und sich auf den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs einzulassen. Es wird uns nicht nur für die Grundlagen und Entscheidungen unseres Lebens eine Hilfe sein. Wir werden auch viel besser Gottes Handeln mit seinem Volk und Land Israel, mit dem gesamten Nahen Ostens und der Welt verstehen. Denn die Antwort, die Gott auf die Frage der Schlange gibt, steht unmissverständlich in Jeremia 1,12: „Ich will wachen über meinem Wort, dass ich’s tue.“ Darauf ist Verlass!
Schalom, Wilfried Gotter
Zeitschrift "Zum Leben"
Unsere Zeitschrift erscheint 3x jährlich und lebt von Spenden.
Wir freuen uns, wenn Sie uns dabei unterstützen. Zur Orientierung: 40,00 € pro Jahr. Jede Spende ist willkommen.
Bitte geben Sie im Verwendungszweck "Medienarbeit" an.

