Zeitschrift "ZUM LEBEN"

Zum Leben 2+3 | 2020 - Thema: „Mein ist das Land!“, spricht der Herr.

„Seht zu, dass euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte der Welt und nicht auf Christus.“
(Kolosser 2,8)

Liebe Freunde,
dieses Bibelwort hat mir zu DDR-Zeiten in manch brenzliger Situation sehr geholfen. Damals ging es um solche Dinge wie Wehrdienstverweigerung, das Bekenntnis als Christ im Schulalltag oder um Kindestötung im Mutterleib – und es ging auch damals schon um Israel und die Endzeit. Heute geht es um eine weltweite Seuche, um Verschwörungstheorien, ums Impfen und natürlich um die Wirtschaft und ums Geld. Trotz alledem muss man sagen: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne!“ (Prediger 1,9) Dies gab es alles schon durch die Jahrhunderte hinweg bis heute, und es wird erst anders werden, wenn Jeschuah wiederkommt.

Ja, die Anzeichen für sein Kommen sind deutlicher geworden. Aber aufgrund der langen Zeit, – wir haben ja immerhin schon fast 2000 Jahre Endzeit – sind bei den meisten Christen die Naherwartungshoffnungen auf ein Minimum geschrumpft. Oder anders ausgedrückt, wie es Pastoren aus Afrika und auch im Nahen Osten sagen: „Den Christen in Deutschland geht es so gut. Sie warten auf nichts mehr.“ Der Wohlstand hat Auswirkungen auf unseren Glauben. „Nur was wir glauben, wissen wir gewiss!“ wusste schon der Dichter Wilhelm Buch in seinem gleichnamigen Buch nachzuweisen. Von Glaubensgewissheit und Gottvertrauen ist in unseren Zeiten allerdings recht wenig zu spüren.

Auch Christen haben Angst, denn das schlimmste Virus ist die Angst. Es schmerzt mich, dass die Gegenwart des großen Hirten – Jeschuah – sich so wenig in unseren Gemeinden zeigt. Wir reden davon, er sei gegenwärtig und wir singen es auch oft, aber wir empfinden es nicht. Wir verspüren seine Nähe nicht. Ich möchte das entsprechende Gefühl weder kleinreden noch überbewerten, denn es gehört zu unserer menschlichen Existenz. Aber wenn Jeschuah in die Gegenwart seiner Leute tritt, dann kann es eigentlich nichts anderes geben, als dass sie seine Gegenwart mit allen Sinnen erfahren. Er selbst verheißt uns: „Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Matthäus 18,20)

Ich denke, das Wunderbarste wäre, wenn jeder so sehr in der bewussten Gegenwart Jeschuahs lebte und so voller Liebe zu seinen Brüdern und Schwestern in seiner Umgebung wäre, dass er in seinem Leben aufräumen, sein Herz reinigen, die Hände waschen und versuchen würde, seine Nächsten zu lieben, statt ihnen gleichgültig oder lieblos zu begegnen. Das wäre die angemessene Ausrichtung auf Jeschuah.

Außerdem würde er lernen, zu leben, zu beten, zu predigen, zu geben und anzubeten in der erfahrbaren Gegenwart und Liebe des Sohnes Gottes. Wir beten: „Herr, gib uns deinen Frieden. Bewahre uns in den Auseinandersetzungen unserer Tage. Sei uns nah, wenn Menschen und Probleme uns herausfordern und sie uns ihre Verachtung spüren lassen, weil wir zu Dir, dem König Israels, und zu deinem Volk und Land stehen. Schenke uns Widerstandskraft, gute Ideen für unseren Dienst und entwaffnende Worte und Gesten.“

Eine gesegnete Sommerzeit wünscht Euch/Ihnen im Namen des Vorstands und Beirates sowie aller Mitarbeiter

Euer/Ihr Wilfried Gotter

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