Zeitschrift "ZUM LEBEN"

Zum Leben 1 | 2021 - Thema: Der Schein der Sonne wird siebenmal heller sein! Jesaja 30,26

Zum Leben 1 | 2021

Liebe Freunde,

als 1527 die Pest in Wittenberg ausbrach, sagte Martin Luther dazu: „Wenn Gott tödliche Seuchen schickt, will ich Gott bitten, gnädig zu sein und der Seuche zu wehren. Danach will ich das Haus räuchern und lüften, Arznei geben und nehmen, Orte meiden, wo man mich nicht braucht, damit ich andere nicht vergifte und anstecke und ihnen durch meine Nachlässigkeit eine Ursache zum Tode werde. Wenn mein Nächster mich aber braucht, so will ich weder Ort noch Person meiden, sondern frei zu ihm gehen und helfen. Siehe das ist ein gottesfürchtiger Glaube, der nicht tollkühn und dummdreist ist und Gott nicht versucht. …“ (Luthers Werke, Band 5, Seite 334ff)

Ich habe den Eindruck, dass der Umgang mit Seuchen zu Luthers Zeiten eine ganz andere Qualität hatte als der Umgang mit der Pandemie in unserer heutigen Zeit, und das, obwohl wir heute ganz andere medizinische Möglichkeiten haben. Das Gebet um Gnade, die Bitte um Vergebung der Sünden, all dies nahm bei früheren Pandemien einen hohen Stellenwert ein. Man wusste plötzlich – ich habe gesündigt, vieles ist schief gelaufen! Dass diese Pandemie jetzt passiert, hat auch etwas mit unserer Lebensweise zu tun. Es geht drunter und drüber in unserer Welt und man hat so manches Mal den Eindruck, der Teufel sei los. Darum ist jetzt eine Zeit, inne zu halten. In der Ruhe liegt die Kraft und beide wachsen aus der Stille vor Gott. [...] 

Euer/Ihr Wilfried Gotter

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