Wo ist solch ein G`tt, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld seines Volkes; der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn ER ist barmherzig! ER wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld unter die Füße treten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.
(Micha 7,18+19)
Liebe Freunde und Geschwister im Glauben,
auch wenn die Schuld eines Volkes, einer Stadt oder eines einzelnen Menschen noch so groß ist – wir haben einen G`tt der die Schuld vergibt! Diese wunderbare Erfahrung durften wir machen, nachdem wir dem HERRN unser Einverständnis gegeben haben, den Marsch des Lebens in unserer Stadt Crimmitschau durchzuführen.
Im November jähren sich zum 70. mal hier in Crimmitschau schreckliche Ereignisse des Holocausts – Deportationen und Pogrome, mindestens vier Todesmärsche, einer davon mitten durch die Stadt, auf denen Menschen auch tot am Straßenrand liegen blieben, Verrat und Misshandlung jüdischer Bürger, Versteigerung und Plünderung ihres Hab und Guts, u.v.m. Viele, viele Dinge durften oder mussten wir aufdecken und sind damit noch längst nicht am Ende – Schweigen, Schweigen, Schweigen … Schweigen auf beiden Seiten.
Erst heute erfuhr ich, dass es sogar noch jüdische Menschen hier gibt, die sich aus Angst vor den noch lebenden Tätern immer noch nicht outen wollen! Doch jeder, der sich diesem Thema der Decke des Schweigens und der Schuld der Väter stellte, durfte wunderbare Freisetzung erleben. Wir könnten euch einiges davon berichten:
jahrzehntelange Essstörungen wurden geheilt, Familien erlebten Versöhnung bzw. konnten wieder miteinander an einem Tisch sitzen; jahrelange Schmerzen verschwanden ... usw. Wir erleben aber auch eine starke Offenheit auf Seiten der politischen Gemeinde und des Oberbürgermeisters, nicht zuletzt mit der kostenfreien Benutzung des Theaters. Da der Gegenspieler G`ttes natürlich etwas zu verlieren hat, möchten wir euch von Herzen um euer Gebet bitten, um Schutz und Bewahrung bei den Recherchen und Vorbereitungen, bei aller Ausführung an dem gesamten Wochenende, für die Überlebenden, die wir erwarten – dass wir durch den Schutz des Blutes des Lammes für den Feind unangreifbar sein werden! Der HERR vergelte es euch reichlich!!!
Wir laden natürlich auch jeden herzlich ein, vor allem zur festlichen Gedenkfeier am Samstag und auch am Marsch am Sonntag teilzunehmen. Wir sind bei Bedarf gern bereit, Unterkünfte zu versorgen.
Es grüßen Euch mit einem herzlichen Schalom
Guntram und Susanne Adler und der Beth Shalom Crimmitschau e.V.
Liebe Israelfreunde,
Crimmitschau ist meine Heimatstadt und die dortige Johanniskirchgemeinde hat mich wesentlich auf den Weg mit Israel gebracht. Deswegen unterstütze ich diesen Marsch des Lebens aus vollen Herzen und hoffe sehr, dass Buße und Versöhnung vieles in den Herzen der Menschen dieser Stadt bewirken möge!
Ihr/Euer Wilfried Gotter
Zur Israelkonferenz im vorigen Jahr konnten wir den beeindruckenden Erfahrungsbericht von Pastor Jobst Bittner aus Tübingen hören, was dadurch, dass sich Christen der Verantwortung für die in deutschem Namen am jüdischen Volk begangenen Verbrechen und der darin verwobenen Geschichte ihrer Stadt gestellt haben, von Gott her in Bewegung gesetzt wurde. Diese Bewegung, Marsch des Lebens, die inzwischen viele Regionen Europas erreicht hat, kommt auch nach Sachsen. Während schon ein Marsch im Januar 2012 in Leipzig stattfand, laufen für weitere Orte in Sachsen die Planungen, auch für unsere Landeshauptstadt, die geistlich ein besonders hartes Pflaster ist und unser Gebet braucht.
Ihr/Euer Lothar Klein


