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| Ulrich W. Sahm, Jerusalem

Israel-Besuch des russischen Präsidenten Putin

Hintergrundinformationen

Am Montag, dem 25. Juni kommt Wladimir Putin zu einem eintägigen Besuch nach Israel. Für seine Delegation mit Ministern und Geschäftsleuten wird eine Luftbrücke von vier Flugzeugen eingerichtet. Am Dienstag will Putin das palästinensische Bethlehem besuchen und von dort nach Jordanien weiterreisen.

Der russische Präsident hat Israel 2005 schon einmal besucht. Die jetzige Visite gilt als besonders wichtig wegen der regionalen Kontroversen, bei denen Moskau und Jerusalem teilweise gegensätzliche Positionen einnehmen. Die Russen wollen unbedingt ihren Militärhafen im syrischen Tartus behalten und helfen deshalb dem Assad-Regime.Obgleich sich auch die Russen vor den Folgen einer iranischen Atombombe fürchten, weigern sie sich, mit Sanktionen und diplomatischem Druck gegen das iranische Atomprogramm vorzugehen, wie es Israel seit 15 Jahren fordert.

Die russisch-israelischen Beziehungen haben eine lange Geschichte. Bei der Gründung Israels 1948 waren die Amerikaner eher skeptisch und zurückhaltend, während die Stalinisten in der damaligen Sowjetunion erwarteten, dass sich das damals sozialistisch ausgerichtete Israel dem Osten zuwenden würde. Seinen Unabhängigkeitskrieg bestritt Israel mit sowjetischen Waffen. Sie wurden über die Tschechei geschmuggelt. Israel pflegte diplomatische Beziehungen mit Moskau, zeitweilig mit der späteren Ministerpräsidentin Golda Meir als Botschafterin.

Die Beziehungen verschlechterten sich, als die Sowjetunion immer aktiver die arabischen Feinde Israels bewaffnete und sich sogar mit „Beratern“ und Piloten an den Kriegen gegen Israel beteiligte. Erst ab 1970 wurde Israel zu einem engen Verbündeten Amerikas, im Gefolge des versuchten Putsches der PLO unter Jassir Arafat gegen König Hussein von Jordanien während des „Schwarzen Septembers“. In der Zwischenzeit hatte Israel zwei Kriege mit französischen und britischen Waffen bestritten, darunter auch den „Sechs-Tage-Krieg“ von 1967.

Mitte der 70er Jahre öffnete die Sowjetunion unter Leonid Breschnew zunächst zögerlich und heimlich die Tore für eine jüdische Auswanderung. Heimlich kooperierten damals deutsche und israelische Diplomaten in Moskau, weil „Hebräer“ – wie die Juden in Russland genannt wurden – und Wolgadeutsche die einzigen Sowjetbürger waren, denen die Auswanderung erlaubt worden war.

Lesen den ganzen Bericht in der Ausgabe 2+3|2012

Maria Magdalena Kapelle mit dem russischen Kreuz
Maria Magdalena Kapelle mit dem russischen Kreuz
Russisches Wappen
Russisches Wappen
Russe in Jericho
Russe in Jericho
Russischer Pilger an der Taufstätte Jesu am Jordan
Russischer Pilger an der Taufstätte Jesu am Jordan
Medienarbeit / Presse