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| Berthold Lehmann

„Wehret den Anfängen!“

ein Zwischenruf von Berthold Lehmann

So hat man es uns im Blick auf den Nationalsozialismus in der untergegangenen DDR eingeimpft. Vielleicht liegt es daran, dass ich allergisch werde, wenn nur der Geruch von Diktatur in der Luft liegt. Was ich damit meine?

Man reibt sich verwundert die Augen ob mancher gesellschaftlichen und politischen Erscheinungen. Da wird eine Partei, die lautstark „Toleranz“ und „Vielfalt der Überzeugungen“ für sich reklamiert, zum Hort eiserner Intoleranz. Abweichende Überzeugungen und Argumente werden mit Vehemenz, Verzerrungen und notfalls mit Gerichtsbeschlüssen bekämpft.

Auf der einen Seite kämpft man energisch dafür, dass Menschen die Freiheit haben müssen, aus einer heterosexuellen Ehe auszusteigen und in homosexuelle Verhältnisse zu wechseln. Auf der anderen Seite stellt man Anträge, diejenigen gerichtlich verfolgen zu lassen, die ausstiegswilligen Homosexuellen seelsorgerlich zur Seite stehen. Und wenn man auf diesem Weg nicht zum Ziel kommt, dann bedient man sich des Terrors der Straße: So konnten die Teilnehmer eines christlichen Psychotherapie-Kongresses vor einiger Zeit nur durch massivsten Polizeieinsatz vor dem Mob geschützt werden.

Auf der einen Seite postuliert man homosexuelles Verhalten als natürliche Alternative zur schöpfungsgemäßen Bipolarität der Geschlechter. Man fordert die gleichen Rechte für Ungleiches. Sobald aber jemand diese Weltsicht in Zweifel zieht, zieht man die Knüppel „Homophobie“ aus dem Sack und stellt die Zweifler in die rechtsradikale Ecke. Führende Vertreter der grünen Partei prangern lautstark und medienwirksam die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche an.

Tatsächlich ist das ein Skandal. Und jeder Missbrauchsfall ist einer zu viel. Und natürlich darf nichts unter den Teppich gekehrt werden. Aber warum geht man nicht mit dem gleichen Druck den Missbrauchsfällen der Odenwaldschule nach? Vielleicht, weil diese „Reformpädagogik“ ein Kind der linken, alternativen Bewegung ist? Und wenn man es dann schon nicht mehr verheimlichen kann, dann rechtfertigt man es mit verschwurbelten Argumenten, nach dem Motto „Provokation“, um „sexuelle Tabus aufzubrechen“ (s. Interview mit Cohn-Bendit in „Spiegel“ Nr. 20 vom 13.05.2013).

Die Rechthaber der Nation fangen gerade mal an, ihre Geschichte der Förderung und Forderung von Pädophilie, die bis in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts betrieben worden ist, aufzuarbeiten. Man kann nur wünschen, dass sie es gründlich und mit allen Konsequenzen tun, so, wie sie es ständig von anderen fordern.

Man sehe mir diese Zeilen nach. Aber von Diktatur habe ich die Nase voll – auch von grüner Meinungsdiktatur! Und das Pfingstgebet ist nach wie vor aktuell und gilt auch hier:

O komm, du Geist der Wahrheit,
und kehre bei uns ein.
Verbreite Licht und Klarheit,
verbanne Trug und Schein.

Medienarbeit / Presse