Neue Hoffnung für äthiopische Juden

Bericht von der 10. Äthiopienreise vom 24.11. – 8.12.2010 von Pfr. Matthias Franke

20.12.2010 | von Pfr. Matthias Franke, Dennheritz
in der Mekane-Yesus-Kirche

in der Mekane-Yesus-Kirche

Fürbitter in der Mekane-Yesus-Kirche

Fürbitter in der Mekane-Yesus-Kirche

Gleich nach dem Ewigkeitssonntag ging es noch einmal in den Süden, nicht um dem ungemütlichen Wetter oder der oft unangemessenen Art, sich auf die Geburt des Gottessohnes vorzubereiten, zu entfl iehen, sondern um noch einige wichtige Dinge in Äthiopien abzuklären. So waren die Finanzen und das Programm für die wieder ins Leben gerufene jüdische Schule in Gondar nur bis November geklärt. Um die Weiterarbeit zu ermöglichen, musste ich doch noch einmal vor Ort sein. Allerdings musste ich meinem Chef versprechen, wenigstens einige Tage meines Urlaubs als Urlaub zu verbringen, was sich als gar nicht so leicht herausstellte, da die Mitarbeiterin von Ethiopian Airlines unseren Inlandfl ug falsch gebucht hatte und eine Umbuchung nicht möglich war. Immer wenn in ich Addis ankomme, begrüßt mich Negussie, einerder Leiter des Gebetsteams, mit einigen Bibelworten, die ihm in der Gebetszeit für mich wichtig geworden sind. Das Erstaunliche daran ist, dass er, obwohl er nie um meine konkrete Situation weiß, aus der ich komme, eine große Trefferquote aufzuweisen hat. Diesmal waren es allerdings drei Worte für meine Zeit vor Ort, zwei über offene Türen und die andere war die Geschichte vom barmherzigen Samariter.

Mein Besuch in Gondar war wegen des Buchungsfehlers von Ethiopian Airlines kürzer als geplant. So mussten wir alle wichtigen Termine in einen Tag packen. Abib, die mich sonst begleitete und übersetzte, war dieses Mal wegen einiger Prüfungen an der Universität verhindert. So sprang Samira, eine junge Somalierin als Dolmetscherin ein. Ich war überrascht, wie schnell sie sich in die ausgesprochen schwierige Situation hineinfand und mit großer Umsicht und Weisheit die Gespräche führte. Diese Gespräche mit den Juden von Gondar erwiesen sich auch dieses Mal wieder als der schwierigste Teil meiner Reise. Da die meisten von ihnen bitter arm sind und zum großen Teil keinerlei Ausbildung haben, ist es für sie schwierig, mich schriftlich irgendwie auf dem Laufenden halten. Einige Frauen quittieren die Unterstützung für ihre Familien nicht mit ihrer Unterschrift, sondern mit dem Abdruck ihres Fingers. Die Situation vor Ort ist für viele jüdische Familien schwieriger geworden. Ein Familienvater von sechs Kindern erzählte, dass die Mieten wieder gestiegen sind und dass er in der ständigen Angst lebt, die ohnehin ärmliche Unterkunft zu verlieren: „Jeder Tag ist ein Kampf darum, eine Bleibe zu haben.“ Ein anderer Vater von ebenfalls sechs Kindern sagt: „Als Israel alle Einrichtungen in Gondar geschlossen hatte, da war Gott unsere einzige Hoffnung. Gott bricht seine Verheißungen nicht. Wir sind dankbar, dass Gott jetzt wieder eine Tür öffnet.“ Diese hoffentlich offene Tür war die Information, die irgendjemand im Radio gehört hatte, dass nun die äthiopischen Juden in nächster Zeit nach Israel auswandern dürften. Aber niemand  wusste, ob es der lang ersehnte Wunsch war oder Wirklichkeit. „So oft hat man uns das versprochen!“, regte sich aber auch der Zweifel. Niemand wusste etwas Genaues, es war noch keine kompetente Person bei ihnen gewesen. Ich versprach, mein Möglichstes zu tun, um exakte Informationen aus der Israelischen Botschaft in Addis Abeba zu bekommen. Man war dankbar dafür, dass ich der erste sei, der sich um exakte Informationen bemühe.

Lesen Sie den ganzen Artikel in der Ausgabe 1/2011.


Äthiopien, Reisebericht
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