„Hier muss man Taktgefühl haben“

23.02.2015 | von Israelnetz
Dirigent Justus Frantz

Dirigent Justus Frantz

Seit einem guten Jahr leitet der deutsche Dirigent Justus Frantz die Israel Sinfonietta Be’er Scheva. Ein Gespräch über große Traditionen, die Zukunft der israelischen Musik – und natürlich Richard Wagner.

Der frühere Gründer des Schleswig-Holstein Musikfestivals (SHMF) wurde am 15.05.2013 neuer Chefdirigent des „Israel Sinfonietta Be´er Scheva“ - zunächst für 3 Jahre – jedes Jahr für 15 Wochen dirigieren und weltweit damit auf Tournee sein.

|| Daniel Frick www.israelnetz.com Magazin 1/2015, Ausschnitt aus einem Interview:

In Ihrer Position sorgen Sie für den deutschen Einfluss in Israel. Wie lässt sich Israel den Deutschen näher bringen?

Man könnte mit der Berichterstattung anfangen. Wenn ich so sehe, was in Deutschland über Israel manchmal geschrieben wird, dann ist das ja überhaupt nicht mehr mit der Wirklichkeit zu vereinbaren. Die denken alle, die Hamas bestehe aus unschuldigen Palästinensern.

Aber das sind üble Terroristen. Und anstatt das Geld, das ihnen die Welt gegeben hat, für eine vernünftige Infrastruktur, für gute Schulen und Krankenhäuser zu verwenden, nutzen sie es für Tunnelsysteme, um den Staat Israel zu vernichten. Und das wird meines Erachtens nicht richtig dargestellt.

Wie erklären Sie sich das?

Darüber möchte ich lieber keine Ursachenforschung betreiben.

Meine Aufgabe liegt im musikalischen Bereich. In diesem Jahr, in dem Deutschland und Israel die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen vor 50 Jahren feiern, wollen wir uns darum bemühen, ständige Ensembles zu bilden: ein deutsch-israelisches Orchester, einen Chor oder ein Streichquartett, das dann in der ganzen Welt auftritt. Das alles soll dazu dienen, einander kennenzulernen, einander zu befreunden, die Kultur der anderen gemeinsam zu spielen. Mir ist wichtig, dass das keine Eintagsfliegen werden. Aber wir sind ganz am Anfang.


Gaza, Hamas, Entwicklungshilfe, Palästinenser
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