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| Gottfried Harnack, Limbach-Oberfrohna

„Marsch für das Leben“ 2013

Zum Leben! Die Eindrücke des Tages sind noch frisch und eindrucksvoll. Sie lassen sich nicht einfach wegwischen, abschütteln. Automatisch blenden sich die Bilder vom „Marsch für das Leben“ am 21.09.2013 in Berlin ein. Unvergessliche Bilder und Szenen für das Leben!

„Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ – das schrieben die Gründungsväter auf Grund ihres christlichen Lebensverständnisses nach der menschenverachtenden und verheerenden Diktatur des National- Sozialismus als Fundamentalaussage ins Grundgesetz unseres Landes.

Was ist davon übrig geblieben? Wenig Beachtung, kaum Respekt. Die geringe Zahl der Teilnehmer von rund 4.500 am „Marsch für das Leben“ hat das schonungslos offenbart. Es bleibt nur Erschütterung und Scham übrig.

Die Gegner des Trauermarsches zollten das mit Spott und Hohn. Ihre Parolen spiegeln die Verachtung gegenüber der Gesellschaft sowie dem Leben und Glauben jedes Einzelnen wieder. („Deutschland stirbt aus, da klatschen wir Applaus!“, „Hätt´ Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben!“ und auch „Eure Priester sind so schwul wie wir!“ Wer sich über weitere Einzelheiten informieren möchte, findet im Internet eindrückliche Einträge von Teilnehmern und Gegnern.) Und doch ist ihr aggressiver Protest ein lauter Schrei nach Leben, einem Leben, wie sie es sich vorstellen. Aus meiner Beobachtung letztlich ein Leben, eine Freiheit, deren Spur sich im Nichts verliert …

Beachtenswert ist, dass die Gegendemonstranten ihre Überzeugungen eindrücklich und lautstark in Szene setzen, wogegen die breite Öffentlichkeit schweigt. Und was ist mit dem Rest der mündigen Bürger? Ihre Reaktion ist Schweigen, Erstarrung und Sprachlosigkeit. Die christlichen Leiter, Wegweiser und Visionäre fehlten beim „Marsch für das Leben“. Übermittelte Grußbotschaften ersetzten nicht die persönliche Teilnahme! Ihre Botschaften verklingen als hohle Floskeln. Was ist zu tun? Den Notstand beim Namen nennen und die Menschen wachrütteln!

Bedauerlich ist besonders, dass die Evangelische Kirche in Deutschland – der Eigentümer des Berliner Doms – sich weigerte, den Abschlussgottesdienst nach dem Marsch in diesem stattfinden zu lassen. Da stellt sich die Frage, welchem Gott sie dienen. Die für uns Deutsche beschämende Tatsache ist, dass am selben Tag im kleinen EU-Land Slowakei bis zu 80.000 Slowaken einen „Marsch für das Leben“ abhielten. Setzte man dies ins Verhältnis zu Deutschland, hätten ca. 1,5 Millionen Teilnehmer in Berlin demonstrieren müssen! Was bleibt, ist fassungslose Trauer. Das Datum für den Marsch im nächsten Jahr sollte im Terminkalender eines jeden, der für den Schutz des Lebensrechts unserer ungeborenen Mitbürgerinnen und Mitbürger eintritt und Zukunftshoffnung für diese Welt hat, fest vorgemerkt sein.

Vormerken:

Marsch des Lebens 2014: in Berlin am 20.09.2014

„Marsch für das Leben“ 2013 in Berlin
„Marsch für das Leben“ 2013 in Berlin
Versöhnungsarbeit Medienarbeit / Presse