Editorial

Diese Aussage findet sich beim Propheten Nahum, Kapitel 1, Vers 7. Nahum heißt: „Jahwe hat getröstet“. Über ein Jahrhundert lang hat das Assyrische Reich mit seiner Hauptstadt Ninive den Nahen Osten be- herrscht. Als sich die Kunde von der Zerstörung Ninives verbreitet, er- innert man sich im kleinen Königreich Juda und in Jerusalem an die In- vasionen und Kriege, an Teuerungen und religiöse Unterdrückungen, die ihre Ursache in diesem mächtigen Nachbarn hatten. Aber dennoch herrschten auch ein scheinbarer Friede und ein bescheidener Wohl- stand. Jedoch zu lange Phasen von Wohlstand und äußerlichem Frie- den bekamen in der alten Zeit weder dem Volk Israel besonders gut noch allen anderen Völkern, von denen die Bibel berichtet. Es kam im- mer wieder zu den gleichen Sünden und Verfehlungen, die letztlich das Staatswesen aus sich selbst heraus zerstörten. Alle großen Weltreiche sind auf diese Weise im Laufe der Geschichte kaputtgegangen. Auch Demokratien bleiben davon nicht verschont! Sie haben sich gegen den Allmächtigen und seine Ratschläge und Gebote entschieden und ern- ten, was sie in ihren Mehrheitsbeschlüssen gesät haben.

Wir haben – Gott sei es gedankt! – eine 75-jährige Friedenszeit in Euro- pa hinter uns. Und doch ist unsere Gesellschaft ins Wanken geraten. Die Kette der Verfehlungen ist lang. Das Auflösen der guten Ordnun- gen Gottes, das Töten unserer ungeborenen Mitbürger, Götzendienst, Völkerwanderungen, Religionsvermischung, Digitalisierung des All- tags, Pornografie, das Auflösen der Geschlechter von Mann und Frau und damit die Zerstörung der Familie. Heute darf alles gesagt werden, solange es nicht aus der Bibel stammt! Als sich seinerzeit der Prophet Jona – von Gott gesandt – nach vielen Umwegen auf den Weg nach Ni- nive machte, um den Bürgern wegen ihrer Bosheit die Vernichtung ihrer Stadt zu verkünden, geschah eines der erstaunlichsten Wunder, das die Bibel berichtet. Gott änderte seinen Beschluss und gab der Stadt einen Aufschub. Warum tat er das? Ninive hörte die Gerichtsbotschaft und tat Buße, kehrte um. Jona musste lernen, dass das Volk Israel nicht das Monopol über die erlösende Liebe und Gnade Gottes besaß. (Apos- telgeschichte 10,34 u. Römer 3,29)

Alle Geschichte bis in unsere Tage bekräftigt die Worte aus Psalm 145,8: „Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte!“ Dies ist unsere Lebensgrundlage als Nachfolger Jesu! Dies ist die Lebensgrundlage für diese Welt! Wenn es nicht so wäre, dann wäre keine Gnadenzeit mehr für diese Welt, keine Zeit mehr, um sich für Je- sus Christus – den Herrn der Welt – zu entscheiden. Auch Nahum, von dem unser Bibelwort stammt, kannte die Güte Gottes und er wusste sehr wohl, dass Gott alles kann, nur nicht die Enttäuschen, die ihm ver- trauen. Sein Name bedeutet „Trost“ oder „Mitgefühl“ und seine Bot- schaft war für das Volk sicherlich ein Trost. Eine Festung zur Zeit der Not und dem Allmächtigen bekannt zu sein weil ich auf ihn vertraue, dies ist ein großes Vorrecht. Warum? Es geht hier um einen Wert der unserer Welt völlig Unbekannt geworden ist. Es ist etwas, das ich nicht für Geld kaufen kann. Letztlich sind es doch Werte wie Liebe, Güte und Barmherzigkeit, die ein gesegnetes Zusammenleben ausmachen. Auch Vergeben, Verzeihen und Vertrauen gehören zu dieser Kategorie. All das können wir nicht mit Geld erwerben. Es wird uns geschenkt! Die Quelle für solche Geschenke ist unser Glaube an Gott und sein Wort.

Wenn wir leben, was wir glauben, dann erleben wir, was wir glauben. Das wünsche ich mir und auch Euch/Ihnen nicht nur für die vor uns liegende Zeit sondern für alle Tage unseres Lebens. Denn unser Herr ist gütig und eine Festung zur Zeit der Not und er kennt seine Leute, die auf ihn vertrauen. Dies ist allemal besser als sich der selbstherrli- chen Parole „Wir schaffen das!“ anzuschließen.

Unser wiederkommender Herr segne Euch/Sie alle nach dem Reich- tum seiner Gnade.

 

 

 

Willi Gotter