„Junge Welt“ und alter Geist

– oder wie „antifaschistisch“ ist „Die Linke“?!

09.12.2011 | von Lothar Klein, SIF
Mauerkreuze am Checkpiont Charlie

Mauerkreuze am Checkpiont Charlie

"Junge Welt"

"Junge Welt"

Liebe Israelfreunde aus Sachsen und darüber hinaus, am 13. August gedachten wir des 50. Jahrestages des Baus der Berliner Mauer. Dieses mörderische Schandmal war der Beton gewordene Ausdruck des Hasses der sozialistischen Zwangsbeglücker von der SED auf alles was mit Rechtsstaatlichkeit, Glaubens-, Meinungs-, Reise- und Enfaltungsfreiheit, aber auch Eigenverantwortung zu tun hat. Weil das aber Ulbricht, Mielke, Honecker und Genossen nicht zugeben wollten, erfanden sie als Abgrenzungsgrund gegenüber dem freien Westen den Mythos eines antifaschistischen deutschen Staates, der durch die „bösen Nazis und Imperialisten in der Bundesrepublik“ in seiner Existenz gefährdet schien.

Wenn etwas die Existenz der „DDR“ gefährdete, dann die politischen Repressionen gegen Menschen, die freiheitlich dachten und handelten und die sich daher entschieden hatten, schweren Herzens ihre Verwandten, Freunde und ihre Heimat Richtung Westen zu verlassen. Sie wollten sich nicht länger von einer Staatspartei vorschreiben lassen, wie sie zu denken, was sie zu glauben, zu reden und wo sie zu leben hatten. – Wie es um den vorgeschobenen „Antifaschismus“ unter dem SED-Regime tatsächlich aussah, habe ich ausführlich in meinem Artikel „Deutschland einig Vaterland – oder wie vor 20 Jahren ein Feind Israels von der Landkarte verschwand“ in der Ausgabe 4-2010 unserer Zeitung beschrieben, die eine reichhaltige Sammlung geschichtlicher Fakten enthält. – Es ging um die Schaffung eines Feinbildes, welche die immer tiefere Teilung unseres Vaterlandes rechtfertigen sollte. Dies alles geschah natürlich auch in vorauseilender Klassentreue gegenüber dem großen Bruder in Moskau. Und dazu brauchte man wirksame Instrumente der Propaganda, die der politisch-ideologischen Indoktrinierung der Menschen dienten, besonders der jungen, noch ungefestigten Menschen.

Neben Rundfunk und Fernsehen der „DDR“ hatte das „Zentralorgan der SED“, das „Neue Deutschland“, eine bedeutende Rolle inne. Ein weiteres dieser „Organe“ – wie man sie nannte – war die vom Zentralrat der sozialistischen Jugendorganisation der „DDR“, der Freien Deutschen Jugend (FDJ), herausgegebene Zeitung „Junge Welt“. Nur wenige wissen, dass dieses Blatt unter demselben Namen bereits unter den National-Sozialisten bestand. Nun war die Propaganda der Nazis von der Hetze gegen „die Juden“ und gegen „die Imperialisten in London und in Washington“ geprägt, gegen die sich Hitler mit seinen Hasstiraden richtete.

Nun hätte man annehmen können, dass eine Partei und der von ihr regierte Staat, die für sich einen „antifaschistischen“ Kurs proklamierten, sich nach dem Sieg über die Nazis auf die Seite derer stellen, die von eben diesen Nazis bekämpft worden waren. Doch weit gefehlt. Sehr bald richtete sich der auch in der „Jungen Welt“ verspritzte Hass in ähnlicher Weise auch gegen „die Imperialisten in Washington“ und sehr bald auch wieder gegen „Juden, Zionisten und Kosmopoliten“.

Die Hetze gegen Israel und die Freundschaft zu den arabischen Terrororganisationen und deren Führern, die den Judenstaat bekämpften und vernichten wollten, kannte keine Grenzen. Diese Kollaboration erinnerte peinlich an selbige zwischen den Nazis und dem Großmufti von Jerusalem, Hadj Amin al-Husseini und das gemeinsame Ziel der Judenvernichtung. Aber weil der Hüter Israels nicht schläft und schlummert, fegte er erst das „tausendjährige Reich“ der Nazis und danach auch die größte „DDR“ aller Zeiten hinweg. Israel aber existiert trotz aller Vernichtungs¬pläne seiner Feinde immer noch im verheißenen Land.

Als das SED-Regime 1989/90 untergegangen war, hätte man annehmen können, dass die Menschen, die es maßgeblich gestützt haben, aus der Geschichte gelernt hätten. Doch weit gefehlt! Nur das ehemalige SED-Politbüromitglied Günter Schabowski ist zu der ehrlichen Erkenntnis gekommen, dass er und seine SEDGenossen fast alles falsch gemacht haben und dass die Kommunisten im Grunde eine Großsekte sind. Doch seine ehemalige Staatspartei hat sich, obwohl sie den Tod von rund 1.300 nach Freiheit strebenden Menschen zu verantworten und diesen Teil unseres schönen Landes glaubensmäßig, moralisch, wirtschaftlich und ökologisch zugrundgerichtet hat, nicht etwa aufgelöst, wie es das letzte Fünkchen Anstand geboten hätte. Nein, diese Partei hat sich seit 1989 mehrfach umbenannt und für diese Leistung inzwischen sogar einen Oskar bekommen.

Derzeit nennt sie sich „Die Linke“ und mischt unter dem Deckmantel „sozialer Gerechtigkeit“ im Deutschen Bundestag und bundesweit in Landes- und Kommunalparlamenten mit, wo sie nichts zu suchen hat. Dass es sich immer noch um dieselbe Partei handelt, wird nicht nur an immer neuen Enthüllungen über Stasi-Verstrickungen von Funktionären und Mandatsträgern deutlich. Abzulesen ist dies auch am unveränderten Kampf gegen „Imperialisten und Zionisten“, am alten und neuen Feindbild Israel. In dieselbe Kerbe haut die westdeutsche Linke, die auch schon seit dem Sechstagekrieg von 1967 zum Boykott Israels aufruft und inzwischen in die Partei „Die Linke“ integriert ist.

Lesen Sie den ganzen Artikel in der Ausgabe 3/2011.


Junge Welt, SED, Die Linke, Antizionismus
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