Ich will segnen, die dich segnen

Unsere Dienste in Israel

21.09.2014 | von Andreas Messig-Wetzel, Lugau

Adele, Sara, Gitta, Ursula, Konstantin und Jonathan freuen sich über die gelungene Arbeit in der Wohnung von Adele. Gitta kann nicht begreifen, warum Deutsche eine solche Hilfe leisten.

Die Handwerker und Helfer Felix, Salome, Monika, Gerhard und Ernst feierten gemeinsam mit den anderen Handwerkern, Mitwirkenden und

Gästen die Filmpremiere im Goethe-Institut in Jerusalem.

Ruth und Jochen Peter sind als Projektleiter der Handwerkerdienste in Jerusalem.

Begegnungen

„Ich verstehe, was Sie tun, aber ich verstehe es nicht.“ Gitta, die Tochter einer Freundin von Adele aus Rishon LeZion, kann nicht verstehen, warum deutsche Handwerker kostenlos in Israel arbeiten. Adele ist eine alleinstehende Frau, die Bulgarisch und Hebräisch spricht. Als die deutschen Handwerker im März dieses Jahres in ihre Wohnung nach Rishon LeZion kamen, war die Verständigung schwierig. Sie rief eine Freundin, um bei der Übersetzung zwischen Deutsch und Hebräisch zu helfen.

Die 91-jährige Sara, eine Holocaust-Überlebende aus Deutschland, kam mit ihrer in den USA lebenden Tochter Gitta vorbei. Die beiden waren von der Arbeit der Handwerker so beeindruckt, dass sie die Gruppe zu einem gemeinsamen Abendessen einluden. Gitta konnte nicht verstehen, was die Handwerker bewegte, in Israel ihren Urlaub und ihre Kraft zu opfern, um für sehr alte Menschen wie Adele Wohnungen zu renovieren. Beim gemeinsamen Abendessen erklärten ihr die fünf Handwerker ihre Beweggründe und Gitta bedankte sie überschwänglich für ihren Einsatz.

Dankbarkeit und Freude über die kostenlose Hilfe begegnet den Teilnehmern des Handwerkerdienstes der Sächsischen Israelfreunde e.V. immer wieder, sei es von den Menschen, bei denen sie arbeiten, von deren Angehörigen oder von Nachbarn und Bekannten. Schon bei den ersten Besichtigungsterminen für die Einsatzplanung wurde Jochen Peter herzlich empfangen, manches Mal sogar mit einer reichlichen Mahlzeit verbunden. Als Michael Sawitzki, der Leiter des Handwerkerdienstes, im März eine Gruppe von 30 Handwerkern begleitete, er lebte er ebenfalls, wie sich eine Frau in großer Vorfreude auf die anstehende Hilfe bedankte. Neben Jerusalem als Einsatzort arbeiteten einige Gruppen im Westen des Landes an der Mittelmeerküste.

In Akko, Rishon LeZion oder Zikhron Ya‘akov fragten Organisationen, die Holocaust-Überlebende betreuten, die Unterstützung der Sächsischen Israelfreunde an. Der Dienst der Handwerker bringt weit mehr als nur praktische Hilfe für die Menschen. Er bringt ihnen oft auch neue Hoffnung. Markus, der Teamleiter einer kleine Handwerkergruppe in Zikhron Ya‘akov, beschreibt es so: „Unser Dienst ist mehr als nur Farbe an den Wänden zu verteilen.“ Die Gruppe renovierte im März eine Wohnung einer sozial schwachen Familie in Zikhron Ya‘akov. Als sie dort ankamen, war die Wohnung ziemlich schmutzig und verwahrlost.

Nachdem die fünf Handwerker ihre Arbeit beendet hatten, begannen die Bewohner, selbst ihre Wohnung zu säubern. Der Dienst hinterlässt nicht nur frisch gestrichenen Wände sondern vor allem Wärme, Licht und neuen Lebensmut in den Wohnungen. Das ist möglich, weil die vielen Handwerker und Helfer nicht nur Pinsel und Farbe mitbringen, sondern eine Liebe für die Menschen, die ihnen von Gott ins Herz gelegt ist.

Filmpremiere

Einen besonderen Höhepunkt erlebte die Handwerkergruppe im März in Jerusalem. Der Film „Gott hat sie geschickt. Sächsische Handwerker helfen in Israel“, den die Regisseurin Ilona Rothin im Herbst 2013 über den Handwerkerdienst gedreht hat, hatte Premiere am 13. März im Goethe-Institut in Jerusalem. Die in dieser Zeit vor Ort arbeitenden Handwerkergruppen sowie deutsche und israelische Gäste kamen zur Premiere und sogar der Mitteldeutsche Rundfunk berichtete darüber. Der Film kann unter info@zumleben. de als DVD zum Preis von 20 Euro bestellt werden, um die Handwerkerdienste bekannt zu machen und auch Spenden dafür zu werben.

Segen und Erkenntnis

Die Helfer nehmen mehr aus Israel wieder mit, als die Begegnungen mit den Menschen und die Erinnerungen an die vielen Erlebnisse. Während des zweiwöchigen Aufenthaltes gestalten die Gruppen gemeinsame Andachten und Gottesdienste. Zum festen Programm der Gruppen gehört ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem oder des Kunstwerks „Fountain of Tears – Quelle der Tränen“ in Arad. Diese Besuche sollen dazu beitragen, das Leiden des Volkes Israel verstehen zu lernen. Jochen und Ruth Peter, die sich seit November 2013 um die Handwerkergruppen direkt von Jerusalem aus kümmern, nehmen die Teilnehmer gern mit auf die Jerusalemer Stadtmauern. Dort erleben sie, wie Christen die Worte Gottes, die über Jerusalem und das jüdische Volk gesprochen sind, proklamieren, um Gott an seine Zusagen zu erinnern. Und Gott spricht auch: „Ich will segnen, die dich segnen“ (1. Mose 12, 3) Diese Zusage nehmen die Handwerker mit zurück nach Hause.

Zu Hause in Jerusalem

Ein Segen für den Handwerkerdienst war auch die Nachricht, die uns im April erreichte. Wenige Tage vor ihrer Rückreise nach Deutschland erhielten Jochen und Ruth Peter ein Jahresvisum für Israel – Halleluja! Nun können sie ohne Sorgen über ihre Aufenthaltsdauer zumindest bis Frühjahr 2015 in Jerusalem leben. Das Ehepaar aus Thüringen folgte 2013 einem Ruf nach Israel und nahm sich der großen Herausforderung an, die Arbeit für etwa 100 Handwerker und Helfer pro Saison zu koordinieren.

Jochen besichtigt die Baustellen, plant den Ablauf eines jeden Handwerkereinsatzes und steht den Gruppen mit Rat und Tat zur Seite. Ruth baut den Besuchsdienst auf, um nach den Einsätzen weiter mit den vor allem älteren Menschen in Kontakt zu bleiben und ihnen auch im täglichen Leben zu helfen.

Wer mehr über den Einsatz der beiden erfahren möchte, kann sich gern für ihre regelmäßigen Rundbriefe anmelden unter: www.zum-leben.de/newsletter/.

Wenn Jochen und Ruth nach dem Sommer nach Israel zurückkehren, stehen einige dringende Aufgaben an. Der Bus für neun Personen versagt langsam aber stetig seinen Dienst. Deshalb suchen die beiden nach einem neuen Fahrzeug für die Transporte der Handwerkergruppen und des Baumaterials. Auch die Wohnsituation für Peters und die Handwerker ist nicht zufriedenstellend.

Die kleine Wohnung mit einem Gästezimmer reicht für Jochen und Ruth gut aus. Dank der Unterstützung der Internationalen Christlichen Botschaft in Jerusalem konnten die Handwerker in dieser Saison in einem kleinen Haus ganz in der Nähe von Jochen und Ruth wohnen. Das wird für die nächsten Gruppen nicht mehr möglich sein. Deshalb suchen wir nun eine neue größere Unterkunft. Bitte betet für diese Anliegen.

Die Arbeit von Jochen und Ruth Peter braucht außerdem finanzielle Unterstützung. Einmalige oder regelmäßige Spenden können auf folgende Bankverbindung eingezahlt werden:

Sächsische Israelfreunde e.V.
„Hände zum Leben“
Konto: 90061941 BLZ: 87096124
IBAN: DE16870961240090061941
BIC: GENODEF1MIW
Kreditinstitut: Volksbank Mittweida eG
Spendenzweck: Spenderkreis Besuchs- und Handwerkerdienst

Die nächsten Handwerkergruppen sind für folgende Termine geplant:

  • 16. August – 30. August 2014
  • 6. – 20. September 2014
  • 18. Oktober – 1. November 2014
  • 8. – 22. November 2014
  • 17. Januar – 31. Januar 2015
  • 7. – 21. Februar 2015 (Winterferien)
  • 7. März – 21. März 2015
  • 11. April – 25. April 2015
  • 16. Mai – 30. Mai 2015

Die Anfragen für eine Teilnahme nimmt Michael Sawitzki unter m.sawitzki@zum-leben.de entgegen.


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