Ein Bericht zu den Handwerkereinsätzen

02.10.2012 | von Andrea Messig-Wetzel
Baustelle von Life Gate in Beit Jala (Bild: Andrea Messig-Wetzel)

Baustelle von Life Gate in Beit Jala
(Bild: Andrea Messig-Wetzel)

Renovieren der Räume der Anne-Frank-Ausstellung in Jerusalem (Bild: Andrea Messig-Wetzel)

Renovieren der Räume der Anne-Frank-Ausstellung in Jerusalem
(Bild: Andrea Messig-Wetzel)

Die Handwerker-Gruppe im Januar 2012 bei in Yad Vashem (Bild: Uwe Görner)

Die Handwerker-Gruppe im Januar 2012 bei in Yad Vashem (Bild: Uwe Görner)

Die Handwerker haben gerade ihre Arbeit in Beit Jala beendet und warten auf den Kleinbus, der sie wieder über die Grenze nach Jerusalem bringt. Die Abenddämmerung taucht die Landschaft in warme Farben und draußen ist es noch warm. Statt des erwarteten Kleinbusses holpert plötzlich ein alter VW Passat die Einfahrt zur Baustelle entlang. Aus ihm steigen Maria, eine koptische Nonne, und Michael Sawitzki, der Koordinator des Handwerkerdienstes der Sächsischen Israelfreunde. Er war gerade in Betlehem unterwegs, um eine mögliche Baustelle mit Maria zu besichtigen. Gleich neben Betlehem liegt Beit Jala, und so will er noch schnell vor Arbeitsschluss die Handwerker besuchen. Die sechs Handwerker aus dem Erzgebirge arbeiten hier gemeinsam mit palästinensischen Handwerkern am Bau eines dreistöckigen Hauses des Vereins Life Gate.

Das Haus wird ein Therapie- und Ausbildungszentrum für behinderte palästinensische Kinder und Jugendliche. Im Erdgeschoss sind bereits die Räume für einen Kindergarten fertig. Hier sollen die Eltern durch Beobachten ihrer Kinder lernen, mit ihnen und ihrer Behinderung richtig umzugehen. Neben Therapieräumen, unter anderem mit einem Wasserbecken, befinden sich in der zweiten und dritten Etage Ausbildungsräume für Jugendliche. Hier werden sie Berufe wie Tischler, Schuhmacher oder Metallbearbeitung lernen.

Das Gebäude wurde am 7. Juni 2012 eröffnet. Die Baugenehmigung für weitere Etagen liegt bereits vor. Der Handwerkerdienst der Sächsischen Israelfreunde hilft dem christlichen Verein Life Gate, der mit einem Team von palästinensischen und deutschen Mitarbeitern behinderten Menschen hilft, ein gesundes Selbstwertgefühl und Vertrauen aufzubauen. Ihre Arbeit wurzelt im christlichen Glauben und beruht auf der Liebe zu allen Menschen. Dazu Life Gate: „Wir sind der festen Überzeugung, dass Friede im Nahen Osten besonders von der gesellschaftlichen Entwicklung abhängt. Daher engagiert sich „Tor zum Leben“ auf Basis des christlichen Glaubens für einen „Friedensprozess von unten“; also für eine Gesellschaft, in der Freiheit, Verantwortung, Solidarität mit Schwächeren und Hilfe zur Selbsthilfe lebendig sind, anerkannt und gefördert werden.“

Der Handwerkerdienst wächst weiter

Die Arbeit bei Life Gate ist nur eines von rund 40 Projekten, die zwischen November 2011 und April 2012 laufen. In den letzten Jahren wuchs die Zahl der Teilnehmer enorm und das Koordinierungsteam um Michael Sawitzki war sich einig, dass große Gruppen von 30 bis 40 Personen nicht mehr persönlich genug sind. Der Schwerpunkt des Dienstes liegt in der Begegnung mit Menschen aus dem jüdischen Volk und praktischer Hilfe für die Schwächsten. Begegnungen sollen aber auch zwischen den Helfenden stattfinden. Im vergangenen Jahr fiel also die Entscheidung, wieder Kleingruppen nach Israel zu senden, so wie am Anfang des Dienstes vor fast zehn Jahren. Jeden Monat zwischen November und April reisen nun Gruppen von acht Handwerkern und Helfern zum Einsatz. Im März entsendeten die Sächsischen Israelfreunde aber auch eine größere Gruppe von knapp 40 Teilnehmern. Mit dieser Gruppe konnten umfangreichere Baustellen bearbeitet werden. Insgesamt folgten während dieser Zeit 88 Handwerker und Helfer dem Ruf nach Israel.

Gekommen, um zu dienen

Während die sechs erzgebirgischen Handwerker im Westjordanland arbeiteten, kümmerten sich acht Deutsche um die Instandhaltung eines Seniorenwohnheimes in Haifa. 2010 leisteten die Handwerker ihren ersten Einsatz in dem Haus des Vereines Yad Ezer le Havre (Helfende Hände). Shimon Shabag, der Gründer des Vereins, leitete eine Firma mit 5000 Anstellten bevor ihn schwere Schicksalsschlägen ereilten. Aus Dank, dass Gott ihm hindurchhalf, setzt er sich nun für arme und alte Menschen ein. Der Verein „Helfende Hände“ betreibt neben einer Suppenküche und einer Kleiderkammer das Seniorenheim für Holocaust-Überlebende, das in den vergangenen beiden Jahren auf drei Häuser erweitert wurde. Beim ersten Einsatz der Handwerker galt es, einen Begegnungsraum für die alten Menschen auszubauen. Dieser Raum wird seit zwei Jahren gern und oft genutzt für gemeinsame Mahlzeiten, Gespräche, zum Tanzen und Feiern. [...]

Lesen Sie den vollständigen Artikel in der Ausgabe 2+3|2012


Handwerkerdienst, Jerusalem
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Markus Büttner (www.israelladen.de) aus 95183 Feilitzsch
27.05.2013 22:50 Uhr
Ich staune immer wieder neu, wie aus kleinen Anfängen GROßES wird!! Bei Life Gate wollte ich 1995 meinen Zivildienst machen, zog aber dann meine Bewerbung zurück, weil sich auf die eine Stelle 12 Leute meldeten...Gott schenkt immer wieder neu Menschen UND SEGEN für diese Arbeit auch bei Life Gate!!! Dafür wollen wir Jesus immer neu LOBEN und IHN Preisen und IHM alle Ehre. Gott segne Israel jeden Tag neu, stelle Du Deine Engel um Deinen Augapfel und bewahre Dein Volk und Land vor Angriffen des Feindes. Shalom, denen die Israel lieben !!
Sieglinde Wuttke aus Hirschfeld
09.10.2012 13:40 Uhr
Danke für den Bericht. Es ist ein gesegneter Dienst, den die Handwerker tun. So ist die Liebe zu Israel und zu ihren Menschen, zu den Juden darin ganz lebendig und praktisch. Beten wir darum, dass das noch lange möglich ist.
Schalom Sieglinde Wuttke

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