Gedenken an die Deportation der jüdischen Bürger

Dresden gedachte der Deportation seiner jüdischen Mitbürger

16.04.2012 | von Lothar Klein, Vorsitzender der Sächsischen Israelfreunde e.V.
Generalsekretär Stephan J. Kramer

Generalsekretär Stephan J. Kramer

Blumen um Davidstern

Blumen um Davidstern

Plakatprotest

Plakatprotest

Am 16. Februar versammelten sich viele Dresdner auf Einladung der Jüdischen Gemeinde zu Dresden und mehrerer Vereine in Anwesenheit zahlreicher Pressevertreter vor der Gedenktafel am Eingang zum Bahnhof Dresden-Neustadt.

Diese Tafel erinnert daran, dass von 1938 bis 1945 über diesen Bahnhof 724 jüdische Männer, Frauen und Kinder – der größte Teil der Jüdischen Gemeinde – in Ghettos nach Polen, Riga, Theresienstadt und in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert wurden. Die meisten von ihnen waren vorher im so genannten Judenhaus, bekannt geworden durch die Tagebücher Victor Klemperers, und im Judenlager Hellerberg im Stadtteil Trachenberge konzentriert wurden.

Der Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, rief in Erinnerung, dass die letzten Dresdner Juden für den 16. Februar 1945 bereits ihre Aufforderung erhalten hatten, sich am Bahnhof einzufinden. Dieser Transport wurde durch den Bombenangriff auf die Stadt nur drei Tage vorher vereitelt und rettete ihnen das Leben.

Zu den Betroffenen gehörte der damals zehnjährige Heinz-Joachim Aris, der heute Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden ist und von Stephan Kramer besonders herzlich unter den Anwesenden begrüßt wurde. Kramers Rede wurde von Musikstücken umrahmt, wie dem Titelsong aus dem Film „Schindlers Liste“.

Nach der Ansprache legten Vertreter einiger Fraktionen des Sächsischen Landtages, des Dresdner Stadtrates – unter ihnen der Autor dieser Zeilen für die CDU-Fraktion – Kränze und Blumen nieder. Eine Gruppe junger Leute hielt während des Gedenkens eine Israelfahne und ein Plakat mit dem Spruch hoch: „Stoppt die Atom-Bombe der islamischen Republik Iran!“

Damit wurde treffend zum Ausdruck gebracht, dass es nicht genügt, der ermordeten Juden zu gedenken, sondern dass die Konsequenz aus diesem finsteren Kapitel deutscher Geschichte das Eintreten für das Leben und die Unversehrtheit unserer jüdischen Mitbürger und für die Existenz des jüdischen Staates Israel sein muss, die durch die offen bekundeten Vernichtungsziele des iranischen Präsidenten Achmadineschad ernsthaft bedroht sind.


Dresden, Juden-Deportation
« zurück

Keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben:

 

                                  Die E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.