Dienst am jüdischen Volk in der Ukraine

vom 24. März - 23. April 2012. „Siehe, ich sende einen Engel vor dir her …“

12.10.2012 | von Horst Kuhlmann

Besuch bei einer Jüdin

Besuch bei einer Jüdin

88-Jährige noch im Internet tätig

88-Jährige noch im Internet tätig

Baptistenkirche, 1400 Mitglieder

Baptistenkirche, 1400 Mitglieder

Tafel Überlebender KZ & Gettho

Tafel Überlebender KZ & Gettho

Gebet beim Bürgermeister

Gebet beim Bürgermeister

Gebet vor einem Mahnmal

Gebet vor einem Mahnmal

Man kann nicht anders, als mit Dank zu beginnen. Dank vor allem den Betern, auch schon im Voraus für den nächsten (neunten) Einsatz im September. So wie Aaron und Hur die Gebets-Arme von Mose stützten und dadurch Israel über Amalek siegte, so sind auch wir auf Beter für diesen Versöhnungsdienst angewiesen. Vieles regelt Gott ohne mein Zutun. So auch die Einteilung der Mitfahrer für die jeweiligen Wochen. In der ersten Woche waren wir sechs Teilnehmer, dadurch konnten wir effektiv in zwei Gruppen Einzelbesuche durchführen, von Spenden bezahlte Lebensmittelbeutel sowie Bekleidung, andere kleine Geschenke und Schmuck verteilen. Eine Jüdin war zwölf Jahre alt, als der Krieg hereinbrach. Sie erinnerte sich noch genau an alles vom ersten Tag an und sagte, dass die Juden mit ihrem Tallit (Gebetsschal) in die Gruben zur Erschießung gingen, betend, Gott möge ihnen ihre Sünden vergeben. – Eine 88jährige erzählte, wie sie vor der Grube zum Himmel betend aufsah. Dadurch stolperte sie in die Grube hinein und konnte später als Einzige aus dem Leichenberg herausklettern.

Der Vater einer anderen Jüdin wurde an ihrem zehnten Geburtstag abgeholt. 30 Jahre konnte sie ihren Geburtstag nicht feiern. Ohne jegliche Vorhaltung bot sie uns Kaffee und Gebäck an. Ihr kamen die Tränen, als wir ihr goldene Ohrringe schenkten. Immer wieder begegnet uns dieses „Lamm-Verhalten“ der Juden. Ein Christ erzählte mir, dass sein Großvater sah, wie tausend Juden von nur vier Deutschen bewacht wurden, als sie zur Erschießung mussten. Als wir die Wohnung einer schwerkranken 88-jährigen Jüdin betraten, fing sie gleich an zu weinen. Sie sagte, sie hätte Kopfschmerzen und soviel Schlimmes erlebt und könne nicht darüber reden.

Was tun? Ich kniete nieder, nahm ihre Hand und betete. Sie drückte meine Hand sehr fest. Ich bat für mein Volk um Vergebung. David, einer meiner zwei Begleiter, spielte auf der Gitarre und wir sangen mehrere Lieder. Die Atmosphäre wurde immer besser. Wir gaben noch Geschenke und Eckhard holte aus dem Auto noch ein paar warme Armmüffchen, weil sie immer friert. Mit diesem Besuch konnten wir sie trösten (Jesaja 40,1). Die Verabschiedung war sehr herzlich. Auch die Koordinatorin der Chesed bemerkte die deutliche Wende. Danke Jesus!

Nicht selten bekommen wir bei solchen Besuchen Wiedereinladungen. Alles macht letztlich Jesus durch uns. Der Schlüssel ist Liebe von IHM und dass wir die Schuld unseres Volkes vor Ukrainern und Juden bekennen (Daniel 9, 4-7). Fast immer verteilen wir die Worte dazu noch in Schriftform in Russisch. Hier die deutsche Übersetzung:

„Als Deutsche/-r bekenne ich vor Gott und vor Ihnen die schlimmen Sünden meines Volkes vor allem während des 2. Weltkrieges. Wir haben der Ukraine und vielen anderen Völkern sehr viel Leid zugefügt. Als deutscher Christ schäme ich mich sehr dafür und bitte um Vergebung. Nur das Blut Jesu Christi kann diese Schuld bedecken und zerbrochene Herzen heilen. Es segne Sie und Ihr Volk Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Ich liebe Sie.“

Juden in der Ukraine und Israel geben wir auch noch ein ähnliches Blatt in vier Sprachen (Deutsch, Russisch, Hebräisch, Englisch), wo wir auch die Schuld der Christenheit über die vielen Jahrhunderte bekennen. Wenn Du dieses Blatt auch bei Deiner Israel- Reise verteilen möchtest, melde Dich bei mir: E-Mail-Adresse: hik@txm.de
Infos über Schuld der Christen an den Juden siehe: www.kanaan.org.

Parallel zu den Besuchsdiensten sprechen wir in Kirchen oder bei Treffen mit Pastoren und Bischöfen. Hier geht es auch um Versöhnung, hauptsächlich um Lehre über die ewige Erwählung Israels. Das ist dem Herrn sehr wichtig, da der größte Teil der Christenheit diesbezüglich verblendet oder zu wenig „Täter des Wortes“ ist. In Matthäus 25,44 meint Jesus in erster Linie seine jüdischen Brüder. Ebenso sprechen 1. Korinther 16,1-3 und Römer 15,26-27 eine deutliche Sprache. Dieser Dienst am jüdischen Volk ist inspiriert durch Gottes Wort.

Es grüßt Euch herzlich
Horst Kuhlmann


Hilfe, Juden, Holocaust, Ukraine
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