Weihnachtsgruß 2021 von Lothar Klein

Liebe Israelfreunde in Sachsen und darüber hinaus,

dieses Bibelwort aus dem Propheten Micha birgt in sich die ganze Spannung des Nahostkonfliktes. Bethlehem Efrata wird darin als judäische Stadt benannt, also als jüdische Stadt und nicht – wie geschichtsvergessene Politiker im Oslo-Abkommen am grünen Tisch entschieden haben – als palästinensische Stadt. Selbst die historisch zu Bethlehem gehörende Siedlung Efrat wird heute als „völkerrechtswidrig von Israel besetztes Gebiet“ bezeichnet. Wie aberwitzig! Juden werden Juden genannt, weil sie aus Judäa stammen! Sie sind die nach der Zerstörung ihres wichtigsten Heiligtums, des Tempels in Jerusalem, im Jahre 70 n. Chr. und der Niederschlagung des Bar-Kochba-Aufstandes 136 n. Chr. von den Römern aus dem Gebiet zwischen Jordansenke und dem Mittelmeer, der Provinz Judäa, vertriebenen und verschleppten Ureinwohner. Die UNO, die EU und mit ihr auch Deutschland ignorieren dies. Gerade die Europäer im einst christlichen Abendland müssten es aus der jedes Jahr am Heiligabend gelesenen Weihnachtsgeschichte besser wissen, dass Josef mit seiner schwangeren Frau Maria aufgrund der vom Römischen Kaiser Augustus angeordneten Volkszählung deswegen nach Bethlehem gezogen war, weil er aus der Stadt Davids stammte und ein direkter Nachfahre dieses berühmten Bethlehemiters und Königs Israels war. Und der zweite Teil unseres Bibelwortes weist auf die künftige Bedeutung des in der Stadt geborenen Sohnes aus dem Hause Davids, Jesus von Nazareth als ewigen Herrschers in Israel hin. Dies hat wiederum ausgerechnet der römische Statthalter der Provinz Judäa, Pontius Pilatus, als Inschrift über dem Kreuz Jesu anbringen lassen: INRI – Jesus von Nazareth, König der Juden. Eine massive Zuwanderung von Arabern in das Gebiet setzte erst ein, nachdem jüdische Rückkehrer ab Mitte des 19. Jahrhunderts damit begonnen hatten, das Land urbar zu machen und sich ein reger Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen entwickelt hatte.

Als das Oslo-Abkommen am 13. September 1993 in Washington unterzeichnet wurde, bestand die Bevölkerung der Geburtsstadt Jesu noch zum größten Teil aus Christen. Doch obwohl deren Zahl unter der Herrschaft eines Yasser Arafat und seines Nachfolgers Mahmoud Abbas rapide geschrumpft ist, wird Israel für alles Leiden der Christen dort verantwortlich gemacht. Zwar wurde erst kürzlich die Geburtskirche als einträglicher Touristenmagnet aufwändig renoviert, aber viele der christlichen Händler vor Ort haben unter der muslimischen Dominanz längst aufgegeben. Anders in Israel! Da ist zwar infolge der Zuwanderung von Juden aus Europa wegen des dort anwachsenden Antisemitismus die Zahl der Christen prozentual gesunken. Aber nominell hat sie sich seit der Staatsgründung 1948 mehr als vervierfacht! Arabische und aramäische, ja sogar in Israel lebende europäische Christen dienen freiwillig in den Israelischen Verteidigungsstreitkräften, um den jüdischen Staat zu verteidigen, der ihnen – im Unterschied zu ihren Glaubensgeschwistern in den islamischen Nachbarstaaten Israels – die freie Entfaltung ihres Glaubens und Lebens zusichert. Es hat auch eine hohe Symbolkraft, dass gerade in der benachbarten jüdischen Siedlung Efrat ein Zentrum für jüdisch-christliche Verständigung und Zusammenarbeit entstanden ist.

Schlimmer als die Situation der Christen ist die der Juden in Bethlehem, der Stadt des Königs der Juden. Es gibt keine mehr! Im Staatsgebiet Israels leben zwar selbstverständlich fast zwei Millionen Araber unter sieben Millionen Juden. Aber in den Palästinensergebieten lebt kein einziger Jude. Mit internationaler Unterstützung wurden also Orte wie Bethlehem „judenrein“ gemacht! Dies erinnert mich an ein Foto, das ich einst in der Gedenkstätte Yad Vashem gefunden habe. Es zeigt ein Kruzifix während der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland, auf dem deutlich die Inschrift „INRI“ zu sehen ist, die den am Kreuz hängenden Jesus als König der Juden identifiziert. Daneben steht ein Schild mit der Aufschrift „Juden sind hier nicht erwünscht!“ Genauso geht es Juden heute in der judäischen Stadt, aus der der jüdische König David, der jüdische Mann der Maria, der Mutter Jesu, des Königs der Juden, stammen. Sie sind nicht erwünscht. Welch Anachronismus!

Wenn wir als Christen am Heiligabend die Geburt unseres Herrn Jesus Christus feiern, lasst uns auch an unsere verfolgten Glaubensgeschwister in muslimischen und kommunistischen Ländern denken. Aber lasst uns auch daran denken, dass die Welt dem jüdischen Volk dessen angestammte Heimat – wie einst die Römer – nach wie vor gewaltsam streitig macht. Sie will einfach nicht wahrhaben, dass der Ewige Israels – wie vor Jahrtausenden z.B. im 31. Kapitel des Propheten Jeremia unmissverständlich angekündigt – heute vor unseren Augen sein Volk in seine alte Heimat, Eretz Israel, zurückgebracht hat und damit fortfährt. Er ist es, der dieses Land, das während der Abwesenheit der Juden zur Steinwüste verdorrt ist, wieder hat aufblühen lassen. Und weil sich in der UNO und andernorts alle Welt gegen Israel und dessen Hauptstadt Jerusalem versammelt (Sacharja 12), lasst uns auch im neuen Jahr darin fortfahren, Israel beizustehen und zu trösten, wozu uns der Prophet Jesaja im ersten Vers des 40. Kapitels auffordert. Gottes Leidenschaft, Israel, soll auch 2022 unser Auftrag bleiben! Dafür lasst uns auch im neuen Jahr beten, spenden und arbeiten. Es gibt viel zu tun! Doch all dies kann nur gesegnet sein, wenn es aus der Begegnung mit Gott heraus geschieht, der in Jesus Christus, dem König der Juden, vor über 2000 Jahren Mensch geworden ist, geboren in einem Stall in Bethlehem, der Stadt Davids. Lasst uns dieses Geschehen in den Weihnachtstagen im Herzen bewegen, gerade auch, weil viele andere Aktivitäten bedingt durch die Corona-Maßnahmen nur sehr eingeschränkt möglich sind. Lasst uns beim Feiern das Geburtstagskind nicht vergessen!

Ein gesegnetes Christfest sowie den Segen und Schalom des Ewigen Israels für 2022 wünsche ich Euch/Ihnen auch im Namen des Vorstands und Beirates!

 

Euer/Ihr Lothar Klein
Vorsitzender der Sächsischen Israelfreunde e. V.