Israel aktuell
Peres benutzte biblische Bilder
Auszüge aus der Antrittsrede von Schimon Peres
von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 15. Juli 2007
Präsident Schimon Peres hob seiner Inaugurationsrede mit einem Ausflug
durch sein langes Leben an und erwähnte dabei auch seine vom Holocaust
geprägte Kindheit in Polen. "Vor fünfzehn Jahren fuhr ich nach
Vishniova, nahe Volozin, meinem Geburtsort, eine israelische Krippe auf fremder
Erde. Das ganze Dorf war durch Feuer zerstört worden. Ich stand mit
Tränen in den Augen neben einem Steinhaufen über einem Massengrab der
letzten Juden, die zur hölzernen Synagoge geführt und lebendig
verbrannt worden sind. Sie trugen ihre Gebetsmäntel über ihren
Schultern und an ihrer Spitze stand Rabbi Zvi Meltzer, mein Großvater,
gesegneten Angedenkens."
Peres gestand, nicht geträumt zu haben, Präsident zu werden. "Mein
Traum als Junge war es, ein Hirte oder ein Dichter der Sterne zu werden."
Nach einer Aufzählung politischer Fragen und Errungenschaften des Staates
Israel, an denen Peres seit der Staatsgründung selber beteiligt war, sagte
er: "Die 169 Worte der Zehn Gebote sind auch heute die Grundlage der gesamten
westlichen Zivilisation. Und die sozialen Visionen des (Propheten) Amos und die
politischen Visionen des Jesaja und der Kompass unseres Weges."
Peres will während seiner Amtszeit den Frieden fördern, "zuhause wie
mit unseren Nachbarn, in der ganzen Region. Das neue Zeitalter senkt
territoriale Grenzen und mindert Diskriminierung unter Völkern."
Weiter redete er von vier Schwerpunkten. Die Stadt Jerusalem sei "durstig nach
Erneuerung." Die Stadt solle ein spirituelles und politisches Zentrum für
das jüdische Volk und ein "Nest für Gebete aller Friedensliebenden
jeglichen Glaubens" werden. Die Negewwüste habe erst begonnen aufzuwachen
und dürfe nicht wieder einschlafen. Der Charme von Galiläa, wo zur
Hälfte Juden und zur Hälfte Araber leben, müsse erneuert werden.
Als vierten Punkt nannte Peres das "Friedenstal entlang der Grenze zwischen uns,
dem Haschemitischen Königreich (Jordanien) und den Palästinensern."
Er beendete seine Rede mit Worten an die rund 2000 geladenen Gästen in der
Knesset: "Ich danke dem Schöpfer des Universums, meinem Volk und Ihnen, mir
ein solches Privileg gewährt zu haben."
In zwei Wochen, am 2. August, wird Peres seinen 84. Geburtstag feiern.
uws/Jerusalem//
15.07.2007
Ulrich W. Sahm
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