Schüler aus Jerusalem besuchen ihre sächsischen Freunde

04.12.2016 | von SIF

In unserer Ausgabe 1-2016 berichteten Plauener Schüler über ihren Besuch in Jerusalem im Januar. Im September kam es nun zum Gegenbesuch von Schülern aus Jerusalem, die eine Schule besuchen, die neben dem sonst üblichen Lehrsto säkularisierten Schülern aus Neueinwandererfamilien – viele aus der ehemaligen Sowjetunion – den Inhalt und die Wurzeln des jüdischen Glaubens vermitteln. Welche Eindrücke diese jungen Israelis in Plauen und im Freistaat Sachsen gewonnen haben, berichten sie hier in einer Zusammenfassung aus erster Hand für „LeChaim – Zum Leben“

Tali

„Ich meine, dass dies ein sehr wichtiges Projekt ist. (Gemeint ist das gemeinsame Schulprojekt zwischen Gymnasien in Plauen und in Jerusalem.) Während des Besuchs habe ich gedacht, dass es einen Mangel an Verständnis über das Judentum gibt, aber wenn einer dem anderen im richtigen Leben begegnete, änderte sich diese Gedanken sofort. Man erwartet ein Gefühl des Hasses und der Feindseligkeit gegenüber Israel, aber während des Treffens mit den Plauenern habe ich festgestellt, dass deren Sympathie für Israel sehr stakt ist. Während des Projekts habe ich etwas Neues über mich selbst gelernt: Ich bin viel mehr mit der israelischen und jüdischen Kultur verbunden, als ich dachte. Zusammengefasst war die Erfahrung in den Gastfamilien außergewöhnlich. Ich fühlte mich in besonderer Weise mit ihnen verbunden. Ich erkannte auch, wie sich die israelische Kultur von anderen unterscheidet. Ich habe viele Dinge in der deutschen Kultur schätzen gelernt, aber das hat mir umso mehr das Gute an unserer Kultur betont.

Noam

„Das bedeutendste Ereignis war der Workshop über verschiedene Aspekte des Staates Israel und des Judentums, den wir in der deutschen Schule hatten. Meine Gruppe referierte über israelische Kultur, jüdische Feiertage und die hebräische Sprache. Ich fand des sehr wichtig, jungen Deutschen etwas über uns selbst zu vermitteln. Somit ziehen sie keine falschen Schlüsse und überwinden ihren Mangel an Kenntnis. Der Besuch war eine erstaunliche, einzigartige und zufriedenstellende Erfahrung. Es ist mir wichtig, unsere Beziehungen zu Deutschland zu verbessern und der Welt Wissen über Israel und das Judentum zu vermitteln.“

Daniel

„Die bedeutendste Sache während des Projekts war für mich die Begegnung mit den Gastfamilien. Ich war im Haus einer liebenswürdigen und herzlichen Familie untergebracht. Ich danke Gott, da ich bei ihnen sein konnte. Das war die ungewöhnlichste Gefühlserfahrung, die ich in letzter Zeit machen konnte. Das Projekt ist mir sehr wichtig. Ich denke, dass die junge Generation die Zukunft unserer beiden Nationen ist. Wenn wir gute Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern pfl egen, wird die Zukunft unserer beiden Nationen und der ganzen Welt wirklich gut.“

Dana

„Während des Projekts haben wir die Deutschen vorurteilsfrei kennen gelernt. Und auch die Deutschen haben uns kennen gelernt, und ich bin mir sicher, dass einige Vorurteile verschwunden sind.“

Aviv

„Das außergewöhnlichste Ereignis während des Projekts war die Begegnung mit den Gastfamilien. An unserem zweiten Tag konnten wir stundenlang über alle Dinge sprechen. Ich erzählte ihnen vieles über mich und über die Geschichte meiner Familie, besonders über meine Großeltern während des Holocausts. Wir sprachen über die jüdische Geschichte. Ich genoss große Achtung und unser Austausch war von starken Gefühlen geprägt.“ …

„Ich denke dass das Projekt sehr wichtig ist, weil es sehr gut die Einzigartigkeit Israels verdeutlicht. Insgesamt bin ich dankbar für das Projekt, durch das ich viele deutsche Freunde getro en habe. Während des Besuchs habe ich mich gefreut, unter der deutschen Jugend auf so positive Au assungen über Israel zu tre en. Außerdem ist meine Wertschätzung und Liebe zum Jüdischsein stärker geworden.“

Nach ihrer Ankunft in Berlin besuchte die Gruppe aus Israel zunächst die deutsche Bundeshauptstadt und insbesondere Gedenkstätten des Holocaust. Von dort ging es über Leipzig und Werdau nach Plauen, wo sie ihre sächsischen Freunde, die sie Anfang des Jahres in Jerusalem kennen gelernt hatten, herzlich willkommen geheißen wurden. Zu den Höhepunkten im Vogtland gehörte auch ein gemeinsamer Besuch des Bildungs- und Begegnungszentrums für jüdisch-christliche Geschichte und Kultur, wo die Teilnehmer eine fachkundige Führung durch Matthias Hampel, den Leiter der Einrichtung erhielten, die vom Verein der Sächsischen Israelfreunde e.V. betrieben wird.

Die Gäste aus Israel konnten, soweit das die wenigen Tage zuließen, auch etwas von der Schönheit unserer sächsischen Heimat kennen lernen, u.a. bei einer Dampferfahrt auf der Elbe in die Sächsische Schweiz. Selbstverständlich besuchten die jungen Israelis auch die sächsische Landeshauptstadt Dresden. Dort wurden sie vom Reichenbacher CDU-Landtagsabgeordneten und Israelfreund, Stephan Hösl, im Sächsischen Landtag empfangen. Stephan Hösl führte die Gäste selbst durch das Parlamentsgebäude mit dem Plenarsaal und erläuterte ihnen die Arbeitsweise des hohen Hauses. Danach lud er sie zum Essen ein.

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Am späten Abend traf sich der Vorsitzende der Sächsischen Israelfreunde e.V., Lothar Klein, mit den beiden Lehrern der Jerusalemer Schule und mit dem Initiator des Projekts „Jugendpilgerfahrt & Deutsch-Israelische Jugendbegegnung“, Schulpfarrer Falk Klemm aus Plauen, in einem Restaurant an der Frauenkirche. Lothar Klein informierte die Israelis über die Geschichte, die Ziele und die verschiedenen Arbeitszweige des Vereins und dessen Engagement in und für Israel.

Die Lehrer legten ihren deutschen Gastgebern die religiöse Ausrichtung und die Ziele ihrer Schule dar. Selbstverständlich wurde auch die politische Lage in Israel und dem Nahen Osten sowie in Deutschland und Europa erörtert. Die Israelis zeigten sich hocherfreut über die positive politische und biblische Sichtweise zu Israel und die christliche Solidarität mit dem jüdischen Staat, die sie so in Deutschland nicht erwartet hätten. Am Schluss teilten alle gemeinsam den Entschluss, diese wichtige Arbeit des Schüleraustausches zwischen Israel und Sachsen im Interesse eines tieferen Verständnisses für einander weiterführen zu wollen. Ein besonderes Dankeschön geht an den Koordinator der Besuchsreisen, Pfarrer Falk Klemm, an die gastgebenden Familien und an die Gemeinde von Plauen für ihre engagierte Unterstützung des Projekts!


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